Ganztagsschulen in Angebotsform Rheinland-Pfalz - www.ganztagsschule.rlp.de

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Bildungsstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig
25.10.2005

Hofmann-Göttig/Ruhland: Schulentwicklungsprojekt Ganztagsschule ist sehr erfolgreich und wird konsequent weiterentwickelt

In den rheinland-pfälzischen Ganztagsschulen in Angebotsform soll künftig noch mehr Wert auf den weiteren Ausbau der individuellen Förderangebote für Schülerinnen und Schüler gelegt werden.

In den rheinland-pfälzischen Ganztagsschulen in Angebotsform soll künftig noch mehr Wert auf den weiteren Ausbau der individuellen Förderangebote für Schülerinnen und Schüler gelegt werden. Dies ist eine der Schlussfolgerungen, die Bildungsstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig aus der dritten Studie des Politik- und Sozialforschungsinstituts POLIS zur Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz zieht. Die Studie, die belegt, dass die neuen Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz drei Jahre nach dem Start des Landesprogramms unverändert eine sehr hohe Akzeptanz bei den Eltern von Schülerinnen und Schülern genießen, wurde heute in Mainz von Hofmann-Göttig und POLIS-Geschäftsführer Dr. Walter Ruhland vorgestellt.

Rund 1.400 Eltern aus neuen 44 Ganztagsschulen wurden für die neue Studie von POLIS zu ihren Erwartungen an und Erfahrungen mit Ganztagsschulen befragt. An 20 dieser Schulen waren bereits im März 2004 und an zwölf weiteren darüber hinaus auch schon im Spätherbst 2002 ähnliche Befragungen von POLIS durchgeführt worden.

„Das herausragende Ergebnis dieser dritten Studie aus Sicht der Meinungsforschung ist die sehr hohe Stabilität der positiven Beurteilung des Schulentwicklungsprojekts Ganztagsschule, die man in dieser Ausprägung bei Wiederholungsbefragungen sehr selten findet“, unterstrich Ruhland. Wie schon 2002 und 2004 hätten sich etwa drei Viertel aller Eltern „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der Organisation gezeigt, erneut rund 70 Prozent hätten dieselbe Wertschätzung für die zusätzlichen pädagogischen Angebote ausgedrückt. In keiner der bisherigen Befragungen habe der Anteil der Eltern, die sich mit dem Ganztagsschulangebot unzufrieden zeigten, über sieben Prozent gelegen. Staatssekretär Hofmann-Göttig wertete dies als „ein großes Lob für die Ganztagsschulen sowie vor allem für deren Schulleitungen und Kollegien“.

Die dritte POLIS-Studie habe die Erkenntnis bestätigt, dass pädagogische Hilfestellungen bei den Hausaufgaben von den Eltern weiterhin als Kernstück der Ganztagsschule betrachtet werden, stellten Hofmann-Göttig und Ruhland fest. 95 Prozent der Eltern halten sie für „sehr wichtig“ oder „wichtig“. Angesichts der Bedeutung, die Eltern diesem Bereich zumessen, sei es erfreulich, dass unverändert 71 Prozent mit der Umsetzung der Hausaufgabenhilfe „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ seien, fügte der Bildungsstaatssekretär hinzu. Der Anteil der „sehr zufriedenen“ Eltern sei im Verlauf der letzten drei Jahre dabei sogar von 22 Prozent auf 30 Prozent gestiegen, womit die Schwerpunktsetzung in der Weiterbildung von Lehrkräften und in der Unterstützung von Ganztagsschulen, die in diesem Bereich bereits nach der ersten POLIS-Studie 2002 erfolgt sei, im Nachhinein bestätigt werde. Untermauert werde dies auch durch Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Landesprogramm „Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz“, in der verschiedene Aspekte dieses großen Schulentwicklungsprojekts untersucht worden seien, unterstrich Hofmann-Göttig. Eine Erkenntnis dabei sei beispielsweise gewesen, dass mehr als zwei Drittel aller Lehrkräfte in den neuen Ganztagsschulen „eine bessere Bearbeitung der Hausaufgaben“ festgestellt hätten.

Nach den neuesten POLIS-Ergebnissen weiter an Bedeutung gewonnen hätten für die Eltern die Förderangebote in der Ganztagsschule, führte Ruhland weiter aus. Dies gelte insbesondere für Förderangebote in den Hauptfächern, die jetzt 71 Prozent aller Eltern als „sehr wichtig“ einstuften (2004: 64 Prozent). In der Wertschätzung ergebe sich damit inzwischen fast kein Unterschied mehr zur Unterstützung bei den Hausaufgaben. Die Förderangebote für besondere Begabungen und Talente hielten ebenfalls mehr Eltern als in der letzten Befragung für „sehr wichtig“ (44 Prozent gegenüber 36 Prozent im Jahr 2004). Staatssekretär Hofmann-Göttig betonte: „Die pädagogische Chancen stehen also nach drei Jahren Erfahrung mit dem rheinland-pfälzischen Ganztagsschulkonzept noch stärker im Vordergrund als in der Startphase.“ Das treffe im Übrigen auch für die Schülerinnen und Schüler zu, wie die Begleitforschung erwiesen habe. Rund 67 Prozent aller dabei befragten Schülerinnen und Schüler an Ganztagsschulen hätten angegeben, dass sie im Rahmen des pädagogischen Zusatzangebots „Dinge lernen, die für mich und mein Leben wichtig sind“. Praktisch genau so hoch sei der Anteil derjenigen, die es begrüßten, dass sie in der Ganztagsschule „mehr Möglichkeiten (hätten), mit Mitschülern etwas für die Schule zu tun“.

„Fast 70 Prozent aller Eltern sagen, die Ganztagsschule wirke sich positiv auf die Entwicklung ihres Kindes aus, und dieser Anteil ist in den bisherigen Befragungen stetig gestiegen. Das ist ein eindeutiges Signal dafür, dass das Konzept der Ganztagsschule in Angebotsform die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern verbessert “, resümierte Bildungsstaatssekretär Hofmann-Göttig. Die hohe Wertschätzung der Ganztagsschule, die auch jetzt wieder von POLIS festgestellt worden sei, bedeute dabei nicht, dass es für deren Ausgestaltung keinerlei Verbesserungswünsche und weitere Verbesserungspläne gebe. Um das Schulentwicklungsprojekt Ganztagsschule weiter voranzubringen, solle daher nun ein Schwerpunkt im Bereich der Förderung gesetzt werden. Ziel sei es, diese Angebote auszubauen und mit den vorhandenen Unterstützungssystemen Hilfestellung zu ihrer inhaltlichen Ausgestaltung zu geben. Dabei spielten die von POLIS ermittelten Wünsche nach mehr Förderunterricht für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler und nach einer intensiveren Unterstützung vor allem in schulischen Kernfächern eine zentrale Rolle.

Autor: MBWJK

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