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Eltern

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Saftladen in der Schule
02.08.2007

Gesunder Körper in gesundem Geist

Die Hauptschule Remagen

Die Ganztagsschule an der Hauptschule Remagen ist ein in sich stimmiger Makrokosmos. Dabei spielt der Sport eine herausragende Rolle. Nicht im Sinne von sportlichem „höher, schneller, weiter!!“, sondern mit Spaß an der eigenen Leistung und dem Ziel, Energien zu bündeln und produktiv umzusetzen. Sport, Kreativ-AGs und Berufsvorbereitung werden ergänzt von Angeboten in ruhiger und leiser, fast meditativer Atmosphäre. Die positiven Rückmeldungen der Eltern sowie der Schülerinnen und Schüler zeigen, dass die Ganztagsschule in Angebotsform auf dem richtigen Weg ist.

„Mehr Zeit für ganzheitliches Lernen, körperliche Gesundheit und sportliche Fitness“ – so lautet das Generalmotto der Ganztagsschule an der Hauptschule Remagen. Wenn Rektor Lothar Rosenmüller sich an den aufregenden und bisweilen nervenzehrenden Start in die Ganztagsschule erinnert, bleibt er ebenfalls bei einer sportlichen Sprache: „Das war ein Sprung ins kalte Wasser und eine organisatorische Herausforderung.“ Nach vier Jahren Ganztagsschulbetrieb kann er wieder ruhiger schlafen und sich zudem an beträchtlichen Erfolgen freuen. 224 von 340 Schülerinnen und Schülern nehmen in gemischten und reinen GTS-Klassen an der Ganztagsschule teil – zu Beginn waren es „nur“ 150.

Trotz der inzwischen eingekehrten Routine bei Schülerinnen und Schülern, Schulleitung und Kollegium ist der sportliche Gedanke geblieben. Nicht im Sinne von sportlichem „höher, schneller, weiter!!“, sondern mit Spaß an der eigenen Leistung und dem Ziel, Energien zu bündeln und produktiv umzusetzen. Das muss nicht unbedingt im klassischen Sport passieren. Die Palette der Arbeitsgemeinschaften reicht vom artistischen Rhönradfahren bis zur aktiven Berufsvorbereitung.

Und ob die Schülerinnen und Schüler nun toben, musizieren, Bewerbungsgespräche trainieren oder sich in der Leseecke entspannen, zählt doch immer ein Gedanke: Sie sollen sich stets dessen bewusst sein, dass sie selbst ihre Schule aktiv mitgestalten. Genau so, wie sie ihr späteres Leben in Beruf und Gesellschaft gestalten müssen, dürfen und können.

„Die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule und deren Ziele sind uns wichtig“, sagt Lothar Rosenmüller. Und das geht nur, wenn die Kinder sich wohl fühlen, wenn sie von einem stabilen Beziehungsgeflecht aus Lehrerinnen und Lehrern, Klassenkameraden und pädagogischen Mitarbeitern getragen werden. Was in der Halbtagsschule aus Zeitgründen nur selten gelingt, soll in der Ganztagsschule Remagen zur Regel werden.

„Die Beziehungen zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften sind harmonischer und gefestigter als vorher“, hat Konrektorin Christiane Schäfer seit Einführung der Ganztagsschule festgestellt. Angenehmer Nebeneffekt: Die Zahl der an Schulen schier unvermeidlichen Sachbeschädigungen hat abgenommen. Wer den ganzen Tag in der Schule ist, möchte eben eine schöne, funktionierende Schule haben. Die Hintergründe, welche Schülerinnen und Schüler manchmal zu Unruhestiftern werden lassen können, bleiben den Lehrerinnen und Lehrern zudem nur noch selten verborgen. „Gerade bei solchen Fällen kann man in der Ganztagsschule viel besser intervenieren, weil wir mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Wir lernen ihr soziales Umfeld und ihre Persönlichkeit kennen. Sie gehen uns nicht verloren“, weiß Lothar Rosenmüller. Die positiven Rückmeldungen der Eltern zeigen der Schulleitung, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Vor allem aber zeigen es die Schülerinnen und Schüler selbst. „Hier bin ich nicht alleine, wenn meine Eltern arbeiten sind“, meint Linda, und Axel schätzt die gemeinsamen Hausaufgaben. „Ich kann mit meinen Freunden ohne Druck selbstständig arbeiten.“

Die Volleyballer sind stolz auf ihre Erfolge: Als einzige Hauptschul-Volleyball-Mannschaft war die Volleyball-AG bei „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin vertreten. Trainer Norbert Jak arbeitet mit seinen Jungs wie mit Profis. Sie lernen Spieltaktiken und trainieren täglich – sogar direkt nach dem Essen in der siebten Stunde. Und zwar freiwillig. „Es ist wie eine Sucht“, sagen sie und freuen sich auf jede neue Gelegenheit, den Ball übers Netz tanzen zu lassen.

Rückzug und Ausblick
Kinder haben sensible Seelen. Der Geborgenheitsgedanke wird an der Ganztagsschule Remagen bei all ihrer pulsierenden Lebendigkeit niemals vergessen. „Es gibt Kinder, die den ganzen Tag springen und toben können. Aber andere brauchen mittags einfach Ruhe“, ist die Erfahrung von Konrektorin Christiane Schäfer. Sport, Kreativ-AGs und Berufsvorbereitung werden ergänzt von Angeboten in ruhiger und leiser, fast meditativer Atmosphäre. Schülerin Mona nutzt diese Gelegenheiten, abzutauchen und mittels Fantasiereisen den Alltag in den Hintergrund treten zu lassen, gerne: „Wenn ich Stress habe, kann ich in den Ruheraum gehen, bis der Ärger von mir abfällt.“ „Außerdem kann man hier immer mit jemand über seine Probleme reden“, fügt Schüler Florian hinzu. In Kooperation mit dem Kinderschutzbund Remagen reist jeden Montag ein mobiles Sorgenbüro in die Ganztagsschule, das den Schülerinnen und Schülern zwei Stunden lang und unter dem Schutzmantel der Anonymität Gesprächsbereitschaft bietet. Die Möglichkeit zum Rückzug ganz abseits von Leistung und Wettbewerb gibt den Schülerinnen und Schülern Kraft für ihre Projekte, die teils sehr erfolgreich laufen und eine beträchtliche Außenwirkung für die Schule haben.

Die Ganztagsschule an der Hauptschule Remagen ist ein in sich stimmiger Makrokosmos mit rege frequentierten Brücken nach draußen. Auf Schulfesten präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte; sie besuchen Firmen, wirken erfolgreich bei sportlichen Wettbewerben mit und sorgen für eine konstante Berichterstattung über ihre Aktionen in der Presse. Stillstand gibt es nicht - auch nicht innerhalb des Kollegiums. Die Ganztagsschule fordert und fördert ständige Gespräche, Konferenzen und einen regen Ideenaustausch.

Die Kommunikation mit den 30 außerschulischen Mitarbeiten muss ebenfalls reibungslos funktionieren. Die Belohnung für die Mühen ist ein besseres Lernklima und Schülerinnen und Schüler, die morgens gerne zum Unterricht kommen. Schule ist eben nicht immer nur Lernen fürs Leben. Im besten Falle ist Schule Leben.

Autor: Bettina Belitz

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