Ganztagsschulen in Angebotsform Rheinland-Pfalz - www.ganztagsschule.rlp.de

Gemeinde/Stadt/Land

Rubrik: Gemeinde/Stadt/Land
zur Übersicht

Format: Bericht
Sie wollen mehr Berichte lesen - hier finden Sie sämtliche Beiträge dieses Formats.
zur Übersicht

Thema: Partizipation
Partizipation ist ein Thema, das unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden kann. Hier stehen Ihnen alle weiteren Beiträge zum Thema zur Verfügung.
zur Übersicht

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur orange

Schulstruktur- Entwicklung in Rheinland-Pfalz

Schulstrukturentwicklung in Rheinland-Pfalz

Bildungsserver Rheinland-Pfalz

Bildungsserver Rheinland-Pfalz

Homepage Rheinland-Pfalz

Homepage Rheinland-Pfalz

Schulbau Rheinland-Pfalz

Schulbau Rheinland-Pfalz

Aufsichts- und Dienstleistungs- Direktion Rheinland-Pfalz

Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz orange

Kita-Server

Kita-Server

Kinderrechte Rheinland-Pfalz

Kinderrechte Rheinland-Pfalz

Serviceagentur Ganztägig Lernen

Serviceagentur Ganztägig Lernen

Ganztagsschul- Verband GGT e.V.

Ganztagsschulverband GGT e.V. orange

Polis

Polis orange

Die Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz aus der Sicht der beteiligten Eltern

 
17.03.2005

Expeditionen zur demokratischen Schule

“Zeit für Engagement – Ganztag als Chance für Partizipation”, eine Tagung in Speyer

Ganztagsschulen öffnen sich zusehends für mehr Beteiligung von Schülerinnen und Schülern, Eltern, außerschulischen Mitabeitern, Partnern und Lehrkräften, die über die repräsentative Mitbestimmung bei Schülermitverwaltung und Schulkonferenzen hinausgehen. Und Rheinland-Pfalz unterstützt die Beteiligten auf diesem demokratischen Weg auf vielfältige Weise.

Staatssekretär: Partizipation im Alltag verankern
„Partizipation muss auch Teil des Alltagserlebens von Schülerinnen und Schülern in allen Fächern und nicht nur Thema in Sozialkunde oder Politik werden“, betonte der Staatsekretär des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend, Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, zum Auftakt der Tagung „Zeit für Engagement – Ganztag als Chance für Partizipation“ am 7. März 2005 in Speyer. Der Staatssekretär plädiert für mehr „selbstreguliertes Lernen“. Eine „gute Schule“ richte die Organisation der Angebote an den Wünschen und Interessen ihrer Schülerinnen und Schüler aus. Partizipation sei auch ein Stück Überleben für die Ganztagsschule.

Die Tagung mit 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und den für Schule zuständigen Ministerien in Hessen und Rheinland-Pfalz durchgeführt.

„Nur wer beteiligt ist, fühlt sich verantwortlich“
„Ganztagsschulen brauchen Partizipation“, sagt auch Sonja Student, Koordinatorin von Demokratie lernen und leben in Rheinland-Pfalz. In Rheinland-Pfalz sind es 15 Schulen, die am bundesweiten Modellprojekt der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) teilnehmen (bundesweit sind es über 200 allgemeinbildende und berufsbildende Schulen). Ganztagsschulen brauchen Beteiligung, denn „nur wer sich beteiligt, fühlt sich auch verantwortlich“, so Sonja Student.

So weiß man, dass dort, wo die Stimmen von Kindern und Jugendlichen gehört werden, sie auch weniger „meckern“. Durch die verschiedenen Sichtweisen, die durch Partizipation ins Spiel kommen, könne auch das Potenzial aller am Schulleben beteiligten Gruppen zur Schulentwicklung genutzt werden.

Soziale, emotionale und nun auch demokratische Kompetenzen
Eine Ganztagsschule auf dem Weg zu mehr Demokratie erfordert aber „demokratische Kompetenzen“. Darunter versteht man die Fähigkeit, „sich auf die Zeit von Kindern einzustellen“ oder mit der „Verschiedenheit von Kindern und Jugendlichen konstruktiv zu leben“. Kinder lernen durch Training demokratischer Kompetenzen, sich eine Meinung zu bilden und auch zu äußern, Minderheiten wahrzunehmen und zu schützen, Kritik zu üben und zu verarbeiten – eine Bündel an Fähigkeiten, die lebenstauglich machen und die eigene Persönlichkeit stärken.

Die Demokratisierung des Schullebens strahlt auf alle schulischen und außerschulischen Bereiche aus. Das ist auch der Grund, warum Partizipation von allen Beteiligten gelernt werden muss. Demokratische Schulentwicklung, so haben es die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung in Speyer wahrgenommen, ist ein ganzheitliches Unterfangen.

Das wurde auch deutlich in den insgesamt 14 Workshops. Dort wurden Modelle der Schülerbeteiligung von Schülerclubs über Schülerfirmen bis hin zu Klassenräten und Modellen der Elternmitwirkung vorgestellt.

Wege zur demokratischen Schule
Wie man alle Interessengruppen an der Gestaltung von Schule beteiligt, hat die Moderatorin und Schulcoacherin Dorothea Schütze im Workshop „Demokratische Schulentwicklung“ gezeigt. Demokratie in der Ganztagsschule gibt es nicht von der Stange. Die Suche nach Standardlösungen für demokratische Ganztagsschulen führt nicht weiter. Demokratie müsse „im Gehen erprobt“ werden, weil es ein Prozess ist, der dahin führt und kein einmaliger Entscheidungsprozess im Zimmer der Schulleitung oder im Lehrerzimmer.

Dorothea Schütze ermutigt die „Reisenden“ auf den Weg zur demokratischen Schule, nach Stärken zu fragen. Leitfragen könnten sein: „Was ist für uns eine gute Schule?“, „was wünsche ich mir von den Schülerinnen und Schülern, den Lehrern von den Eltern, von der Schule insgesamt?“ Wünsche sind so gesehen eben keine Träume ohne Wirkung, sondern Kraftstoff für demokratische Schulentwicklung. Für jüngere Kinder müssen die Fragen, die auf partizipative Schulentwicklung zielen, allerdings in eine kindgemäße Sprache „übersetzt“ werden.

„Bessere Schule für alle“
Um sich bei Konsensgesprächen nicht in endlosen Gesprächsschleifen festzusetzen und auf den Punkt zu kommen, wurden professionelle Übungen entwickelt. Diese unterstützen das gleichberechtigte Verhandeln zwischen Schülerschaft, Eltern, Lehrkräften und Schulpersonal. Bewährt haben sich in den Augen von Dorothea Schütze Übungen aus dem „Betzavta-Programm“ (betzavta, israelisch, bedeutet „miteinander“) das darauf vorbereitet, dass sich die verschiedenen Interessengruppen als gleichwertige Partner anerkennen.

Eine Voraussetzung, über die Qualität von Schule zu reden, ist die Bildung von „Aushandlungsgruppen“, die sich personell nicht decken müssen mit Akteuren in den offiziellen Schulgremien wie SV, Schulkonferenzen oder Elternvertretern. Die auf der Grundlage solcher Gespräche eingeleiteten Maßnahmen sollten zügig verwirklicht werden. „Damit alle merken, da passiert etwas“, so Dorothea Schütze.

Serviceagentur für mehr Partizipation an Ganztagsschulen
Alle engagierten Lehrerinnen und Lehrer auf dem Weg zur Demokratisierung von Ganztagsschule sollen Unterstützung erhalten. Zeitgleich zur Tagung in Speyer hat das MBFJ bekannt gegeben, dass im Land eine Serviceagentur den Schulen bei den Herausforderungen zur Seite steht. Die Serviceagentur ist beim Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung (IFB) in Speyer angesiedelt. Sie wird durch die DKJS unterstützt und entstand durch das Engagement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Serviceagentur legt ihre Arbeitsschwerpunkte u.a. darauf, verschiedene Akteure am Schulleben zu beteiligen, außerschulische Fachkräfte verstärkt ins Schulleben einzubinden, Ganztagsschulen mit dem Projekt „Demokratie lernen und leben“ zu vernetzen und sie will auch den Erfahrungstransfer in der Breite fördern.

Die Tagung in Speyer hat Schülerinnen und Schülern auch zu intensiven Fragen veranlasst. So nahm beispielsweise eine Schülerin ihren Mut zusammen, um den Staatssekretär Prof. Dr. Hofmann-Göttig zu fragen, wie eine Schule mit dem Namen „Hindenburg-Gymnasium“ in Trier überhaupt an Projekten zur Demokratisierung teilnehmen könne. Man müsse diesen Namen überdenken. Hindenburg war bekanntlich umstrittener Feldherr und Reichskanzler. Prof. Hofmann-Göttig hörte zu,dachte kurz nach und drehte dann das Argument der Schülerin um: Gerade, dass sich eine Schule dieses Namens, heute daranmache, die Klassenzimmer durch Klassenräte zu demokratisieren, zeige, wie sehr sich die Schulen und die Gesellschaft demokratisch verändert hätten. Dieses Gespräch kündete vom offenen Geist an aufgeschlossenen Ganztagsschulen.

Autor: DZ Online-Redaktion

Newsletter

Newsletter Blue

Informieren Sie sich über neue Entwicklungen an Ganztagschulen in Rheinland-Pfalz.

Termine

« May 2012 »
Su Mo Tu We Th Fr Sa
12345
67 8 9 10 11 12
1314 15 16 17 18 19
20212223 24 25 26
2728293031