Ganztagsschulen in Angebotsform Rheinland-Pfalz - www.ganztagsschule.rlp.de

Gemeinde/Stadt/Land

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Die Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz aus der Sicht der beteiligten Eltern

 
10.12.2004

"Ganztagsschule hat Bildungslandschaft nachhaltig verändert"

"Wir kooperieren!?" - Fachaustausch des Landesjugendrings Rheinland-Pfalz zu Ganztagsschule und Jugendarbeit

"Die Einführung der Ganztagsschule hat die Bildungslandschaft und die Jugendarbeit nachhaltig verändert." Dieses Fazit zieht der Landesjugendring Rheinland-Pfalz nach zwei Jahren Ganztagsschule in Angebotsform. Es ergeben sich dadurch Chancen, verstärkt über das Thema "Schule und Bildung" nachzudenken, sagte Andreas Blum, Referent für Ganztagsschule des Landesjugendrings Rheinland-Pfalz.

Am 26. November 2004 waren 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Jugendverbände der Einladung des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz nach Bad Kreuznach in das Jugendzentrum "Die Mühle" gefolgt, um sich über Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit mit Ganztagssschulen auszutauschen. Wichtig für die Jugendverbände sei vor allem, dass Ganztagsschule ein freiwilliges Angebot bleibe. Jugendverbände müssten hervorheben, dass die Verbesserung des gesamten Bildungsangebotes aus Sicht der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen muss. Und nicht allein eine verlässliche Betreuung, wie sie oftmals von Eltern gewünscht wird.

Nach Grußworten von Yvonne Unger, vom Vorstand Landesjugendring, und Gernot Stiwitz, Ganztagsschulreferat im Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend, referierte der Organisator der Tagung, Andreas Blum, zum Thema und machte zunächst deutlich, dass an der Bildungsorientierung der neu entstehenden Angebote in den Ganztagsschulen die Jugendverbände anknüpfen können, da in ihrer Arbeit selbstorganisiertes, lebensweltnahes, soziales und politisches Lernen ermöglicht wird und damit umfangreiche Bildungsprozesse aktiviert werden.

Anschließend stellte Blum das Projekt "Kooperation von Jugendarbeit und Ganztagsschulen" vor, für das er beim Landesjugendring Rheinland-Pfalz seit 2002 zuständig ist. Neben Beratung und Vernetzung geht es um die Auswertung von Projekterfahrungen. Im nächsten Jahr werden die Ergebnisse des Projektes in einem Handbuch veröffentlicht.

Auf gleicher Augenhöhe mit den Schulen
Zur Zeit gibt es 24 Projekte von 5 Mitgliedsverbänden des Landesjugendringes. Für diese Jugendverbände sei es vorteilhaft, dass sie in den Projekten für ihre Arbeit werben, ihre Werte und Ziele vorstellen sowie neue Tätigkeitsfelder und Zielgruppen erschließen können. Insgesamt sei es für die Jugendverbandsarbeit in den Kooperationen wichtig, weiterhin selbstbewusst auf ihr eigenes Profil zu achten, ihren Bildungsanspruch zu betonen und sich in allen Debatten und Kooperationen "in gleicher Augenhöhe" mit den Schulen zu befinden. Für erfolgreiche Kooperationen sei es wichtig, gemeinsam mit den Schulen eine "Kultur der Zusammenarbeit" zu entwickeln.

Die anschließenden Workshops setzten sich mit den Spannungsfeldern "Freiwilligkeit - Motivation - Bedürfnisorientierung", "Kommunikation und Informationsaustausch an den Schulen" und "Begleitung von Ehrenamtlichen an Ganztagsschulen" auseinander.

Begleitung von Ehrenamtlichen an Ganztagsschulen
In dem Workshop zum Thema "Begleitung von Ehrenamtlichen an Ganztagsschulen" wurde unter anderem vorgeschlagen, dass eine Person verbandsübergreifend für die Begleitung und Fortbildung von Ehrenamtlichen zuständig sein sollte. Diese Stellen könnten bei den kommunalen Jugendringen angesiedelt und vom Bildungsministerium finanziert werden. Die Jugendverbände sollten gemeinsame "Pools" von Ehrenamtlichen errichten, um auch kleinen Verbänden die Mitarbeit an Schulen zu ermöglichen. Es wurde festgestellt, dass Hauptamtliche zur Unterstützung von Ehrenamtlichen engagiert werden müssten.

Mehr Mut zu offenen Angeboten
Im Workshop "Freiwilligkeit" wurde unter anderem der Wunsch geäußert, dass es an den Schulen mehr Mut zu offenen Angeboten geben sollte und dass diese auch zeitlich von den Kindern und Jugendlichen mehr mitgestaltet werden sollten. Beispielsweise sollte es mehr Schülercafés geben, die den Kindern und Jugendlichen als tägliches Alternativangebot zur Verfügung stehen. Insgesamt müssten die Möglichkeiten ausgeweitet werden, dass Jugendliche die Räumlichkeiten an Schulen vermehrt mitgestalten, damit sich Schülerinnen und Schüle die Räume tatsächlich aneignen können. Schließlich stellte die Arbeitsgruppe fest, dass es auch beim Essen Wahlmöglichkeiten geben sollte.

Außerschulische Fachkräfte besser in Schulen einführen
Im Workshop "Kommunikation und Informationsaustausch an den Schulen" wurde insbesondere gefordert, dass neue außerschulische Kräfte eine persönliche Einführung in der Schule erhalten sollten. Vorgeschlagen wurden außerdem Checklisten für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um zu wissen, wer für was zuständig und wer wo zu finden ist. Die Arbeitsgruppe betonte, dass es wie für die Schulen auch für außerschulischen Kräfte Moderatorinnen und Moderatoren geben müsste, die für mehrere Schulen zuständig sind. Darüber hinaus sollten mehr Möglichkeiten zum Austausch unter den außerschulischen Kräften sowie mit den Lehrkräften geschaffen werden. Daraus entstand die Idee, möglicherweise gemeinsame Studientage mit Lehrkräften durchzuführen.

Insgesamt wurde in den Workshops sehr produktiv diskutiert. Es entstanden verschiedene Visionen, wie Schule sich im Jahre 2020 darstellen könnte: als Zentrum der Jugendarbeit oder als lebensweltnahe und mit einer unabhängigen Jugendarbeit auf gleicher Augenhöhe kooperierende Schule mit vielen Möglichkeiten der Partizipation für Kinder und Jugendliche.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Tagung sehr zufrieden. Dies ließ sich aus den zahlreichen positiven Rückmeldungen zum Ende der Veranstaltung ablesen. Daher wird der Landesjugendring im nächsten Jahr voraussichtlich eine Folgeveranstaltung organisieren.

Autor: DZ Online-Redaktion

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