Ganztagsschulen in Angebotsform Rheinland-Pfalz - www.ganztagsschule.rlp.de

Gemeinde/Stadt/Land

Rubrik: Gemeinde/Stadt/Land
zur Übersicht

Format: Schulporträt
Sie wollen mehr Schulporträts lesen - hier finden Sie sämtliche Beiträge dieses Formats.
zur Übersicht

Thema: Schulprofil
Schulprofil ist ein Thema, das unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden kann. Hier stehen Ihnen alle weiteren Beiträge zum Thema zur Verfügung.
zur Übersicht

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur orange

Schulstruktur- Entwicklung in Rheinland-Pfalz

Schulstrukturentwicklung in Rheinland-Pfalz

Bildungsserver Rheinland-Pfalz

Bildungsserver Rheinland-Pfalz

Homepage Rheinland-Pfalz

Homepage Rheinland-Pfalz

Schulbau Rheinland-Pfalz

Schulbau Rheinland-Pfalz

Aufsichts- und Dienstleistungs- Direktion Rheinland-Pfalz

Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz orange

Kita-Server

Kita-Server

Kinderrechte Rheinland-Pfalz

Kinderrechte Rheinland-Pfalz

Serviceagentur Ganztägig Lernen

Serviceagentur Ganztägig Lernen

Ganztagsschul- Verband GGT e.V.

Ganztagsschulverband GGT e.V. orange

Polis

Polis orange

Die Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz aus der Sicht der beteiligten Eltern

 
Waldtag in der Grundschule am Königsberg in Wolfstein
03.11.2011

Waldturnplatz, Drehtüren und ein "besonderer Dienstag"

Die Grundschule am Königsberg in Wolfstein arbeitet erfolgreich als Ganztags- und Schwerpunktschule

Die Grundschule am Königsberg in Wolfstein (Landkreis Kusel) ist seit vielen Jahren Ganztags- und Schwerpunktschule. Die guten Teilnahmezahlen der Ganztagsschule in Angebotsform zeigen, dass Eltern wie Schülerinnen und Schüler von dem Angebot des individuellen Förderns und Forderns ebenso überzeugt werden können wie von den vielfältigen Möglichkeiten zu lesen, zu spielen, kreativ zu sein und sich zu bewegen.

Die Grundschule am Königsberg in Wolfstein liegt am Fuße des gleichnamigen Berges im Landkreis Kusel im Musikantenland. Eine ländliche Idylle - und für Ganztagsschulen mutmaßlich ein schwieriges Terrain, ist hier die "Welt doch noch in Ordnung": Schülerinnen und Schüler sind am Nachmittag in den Familien, den Vereinen oder beim Musikunterricht - und die Eltern sehen keinen Bedarf für eine ganztägige Betreuung und Bildung. Oder?

"Auf dem platten Land gibt es genauso wie in der Stadt eine Nachfrage nach ganztägigen Angeboten", erklärt Schulleiterin Birgit Gehm-Schmitt. "Auch hier leben viele Alleinerziehende oder Patchwork-Familien; in den meisten Fällen sind beide Elternteile berufstätig. Unsere Schule ist bereits im elften Jahr Ganztagsschule, erst in offener und dann in Angebotsform. Damit wurde eine Lücke in der Kinderbetreuung in der Verbandsgemeinde geschlossen, denn die Kindertagesstätte und die weiterführende Schule verfügten schon über bestehende Ganztagsangebote."

Die Verbandsgemeinde Wolfstein habe stets für eine Ganztagskultur gesorgt und "unterstützt uns ganz hervorragend", lobt die Schulleiterin. So sei ihre Grundschule räumlich und sachlich sehr gut ausgestattet. "Wir verfügen zum Beispiel über einen Internet-Anschluss und drei Computer in allen Klassen, zwei interaktive Whiteboards und eine tolle Bücherei, die während jeder Pause zur Ausleihe und zum Lesen geöffnet ist."

Träumen, Spielen und Entspannen

Die Ganztagskultur in der Kommune, gepaart mit einem überzeugenden Angebot, sorgt für erfreuliche Teilnahmezahlen an der Ganztagsschule in Angebotsform am Königsberg. Von den derzeit 187 Schülerinnen und Schüler, die aus 17 verschiedenen Ortschaften kommen, nehmen 101 Kinder das Ganztagsangebot wahr. Sie können von Montag bis Donnerstag nach Unterrichtsschluss bis 15.50 Uhr in der Schule bleiben.

"Die Ganztagsschule gibt uns die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern, aber auch zu fordern", betont Birgit Gehm-Schmitt. "Wir sind und bleiben nun mal zuvorderst Schule." Dies schließt nicht aus, dass die Grundschule am Königsberg den Schülerinnen und Schülern Freiräume zum Spielen, zur Entspannung und Erholung lässt. So ist es den Kindern möglich, nach dem Mittagessen, das in der neuen Aula von einem Catering-Service angeliefert und von Mitarbeiterinnen, welche die Verbandsgemeinde bezahlt, ausgegeben wird, eine halbe Stunde zur freien Verfügung zu nutzen.

"Die Kinder können sich in unserem Traum- und Lesezimmer erholen", erläutert die Schulleiterin. Freitags komme jeweils eine "Lesemutter" in die Bücherei, um den Schülerinnen und Schülern dort etwas vorzulesen. Der große Schulhof ist in vier Bereiche eingeteilt, die zum Ausruhen, Spielen und Toben einladen: Ruhezone, Spielbereich, Kletterbereich und Ballspielzone. Wer möchte, kann sich etwas aus der Spielausleihe nehmen. Dazu kommt noch der bei den Schülerinnen und Schüler sehr beliebte Waldturnplatz. Bei Regenwetter wird die Turnhalle genutzt.

Wald wird zum Lernort

Herzstück des Nachmittags ist die einstündige Lernzeit, die wie das Mittagessen in zwei Phasen eingeteilt ist: Zunächst findet sie für die ersten beiden Jahrgangsstufen, dann für die Klassen drei und vier statt. In kleinen Gruppen arbeiten die Kinder mit einer Lehrerin, einer Pädagogischen Fachkraft oder außerschulischen Mitarbeiterin an den Hausaufgaben, die so zu Schulaufgaben werden. "Es ist unser Bestreben, dass die Schülerinnen und Schüler – bis auf Aufgaben wie das Auswendiglernen zum Beispiel – keine Aufgaben mehr zu Hause erledigen müssen", berichtet Birgit Gehm-Schmitt. In enger Absprache mit der jeweiligen Klassenlehrerin werden die Kinder auch hier individuell gefördert und gefordert.

Individuelles Fördern und Fordern umfasst die Differenzierung und Individualisierung in Anforderung und Bewertung, unterschiedliche Hausaufgabenstellungen und Leistungsbeschreibungen, offene Unterrichtssituationen klassenintern und klassenübergreifend sowie vereinzelte individuelle Förderpläne. Selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen, Projektorientiertes Lernen, Wochenplanarbeit, Tagesplanarbeit, Arbeit in Werkstätten, Stationenlernen sowie Partner- und Gruppenarbeit sorgen für eine weitere Differenzierung auch im Unterricht selbst.

Im Anschluss an die Lernzeit starten um 14.50 Uhr die Arbeitsgemeinschaften. Die Angebote sind vielfältig und reichen von sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Volleyball über künstlerische Angebote wie Theater, Basteln und Trommeln bis zu Naturprojekten, in denen es um das Erkunden, Betrachten, Schmecken und Gestalten geht, und Lernen mit dem Förster in den Wald. Wie auch schon beim Waldspielplatz kann die Grundschule am Königsberg hier ihre Nähe zum Wald ausnutzen und ihn zum Lernort machen. "Aber auch in den AGs bieten wir die Möglichkeit zu freiem Spiel an", berichtet die Schulleiterin. "Bewegung, Ausruhen und Spielen gestalten wir je nach den Bedürfnissen der Kinder der ersten beiden Jahrgangsstufen."

"Es bleibt eine Herausforderung"

Die Ganztagsschule ist ein Markenzeichen der Grundschule am Königsberg, das zweite ist die Schwerpunktschule. Auch hier ticken die Uhren nicht anders als in der Großstadt; auch hier nahmen im vergangenen Jahrzehnt die Zahlen der Schülerinnen und Schüler zu, die einen besonderen Förderbedarf attestiert bekommen haben. "Wir nahmen im Jahr 2000 erstmals ein Kind mit einer Behinderung auf – und für uns war das eine Herausforderung", erinnert sich Birgit Gehm-Schmitt. "Als es dann immer mehr Kinder wurden, entschlossen wir uns, Schwerpunktschule zu werden." Ab dem Schuljahr 2003/2004 kamen neben einem stark sehbehinderten Kind auch Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen, ganzheitliche Förderung, motorische Förderung, teilweise mit nachgewiesenem ADHKS sowie zwei Kinder mit Sprachproblemen und ein sozial-emotional gestörtes Kind in den Klassen 1 bis 4 dazu. Die Zahl der Kinder mit Teilleistungsschwächen in Mathematik, im Lesen und/oder dem Rechtschreiben sowie mit ADHKS stieg über die Jahre weiter an.

Der Schritt zur Schwerpunktschule ermöglichte es, kleinere Klassen einrichten zu können und damit eine höhere Lehrerzuweisung zu erhalten. Hier fühlt sich die Schule mit der personellen Ausstattung sehr gut durch die zuständige Schuldirektorin der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde in Trier unterstützt. Die Lehrerausstattung wird durch zwei zusätzliche Förderschullehrerinnen und eine Referendarin im Bereich Förderschwerpunkt Lernen und Sprache ergänzt. Nun kann die Schule Kinder mit nachgewiesenen Förderschwerpunkten nach den Lehrplänen für Förderschulen unterrichten.

"Es bleibt eine Herausforderung, wenn beim integrativen Unterricht manchmal vier oder fünf Erwachsene - einige Kinder werden bei der Bewältigung des Schulalltags durch Integrationshelfer unterstützt - in einer Klasse zugleich im Einsatz sind", gibt die Schulleiterin zu. Aber dies ist ein Extrembeispiel, und ansonsten ist "Teamwork" im Unterricht an der Grundschule am Königsberg sowieso die Regel: Zwei pädagogische Fachkräfte unterstützen das Lernen, und täglich unterrichten mindestens zwei Lehrerinnen und Lehrer in einer Klasse gemeinsam für bis zu zwei Stunden. Als Ganztagsschule erhält das Kollegium weitere zusätzliche Unterstützung durch junge Erwachsene, die das Freiwillige Soziale Jahr oder ihr Anerkennungsjahr als Erzieherinnen und Erzieher absolvieren.

Starke Förderung in Mathematik

"Teamwork" hat auch "hinter den Kulissen" der Schule ihre feste Verankerung: Unterricht und Vorhaben planen die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam und tauschen sich aus. Jede Klassenstufe hat mindestens eine im Stundenplan festgelegte Unterrichtsstunde, die zwar nicht auf die Arbeitszeit angerechnet wird, aber an der Schule unabdingbar ist. Man plant klassen- und stufenübergreifende Projekte, besucht gemeinsam Fortbildungen und hospitiert gegenseitig im Unterricht.

Die Grundschule am Königsberg zeichnet sich durch weitere Besonderheiten aus: "Als eine der wenigen Regelschulen in Rheinland-Pfalz bieten wir den Schülerinnen und Schülern mit der Drehtür eine optimale Förderung und Forderung in klassenübergreifendem Mathematikunterricht", stellt Birgit Gehm-Schmitt fest. Durch zusätzliche Mathematikförderung in den Klassen 1 und 2 sowie die Teilnahme am SINUS-Projekt bemühen sich die Lehrkräfte, die mathematischen Fähigkeiten der Kinder noch weiter zu stärken.

Und dann gibt es da noch den "besonderen Dienstag": Seit dem Schuljahr 2007/2008 bleiben fast alle Schülerinnen und Schüler länger an der Schule – also auch die Halbtagskinder. Sie können die besonderen Angebote im sportlichen, mathematischen, sprachlichen und musikalischen Bereich ebenso wie die Ganztagsschülerinnen und –schüler wahrnehmen. Die "Dienstagsklassen" arbeiten auch klassen- und jahrgangsübergreifend an Projekten wie "Astrid Lindgren", "Olympia" oder "Experimenten".

"Eine Ganztagsschule macht schon viel Arbeit", findet Birgit Gehm-Schmitt, "aber ich habe hier auch sehr engagierte Kolleginnen und Kollegen, die zum Gelingen des Ganzen beitragen." Obwohl sie gemeinsam schon viel erreicht haben, möchte sich die Schulleiterin irgendwann einmal einen weiteren Wunsch erfüllen: "Ich würde gerne mit unserer Schule am Comenius-Projekt teilnehmen", verrät sie.

Autor: DZ Online-Redaktion Ralf Augsburg

Weiterführende Links:

Mehr Beiträge aus dem Ganztagsschulportal:

Newsletter

Newsletter Blue

Informieren Sie sich über neue Entwicklungen an Ganztagschulen in Rheinland-Pfalz.

Termine

« May 2012 »
Su Mo Tu We Th Fr Sa
12345
67 8 9 10 11 12
1314 15 16 17 18 19
20212223 24 25 26
2728293031