Ganztagsschulen in Angebotsform Rheinland-Pfalz - www.ganztagsschule.rlp.de

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Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz

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messe kreuzennach
14.06.2007

„Die Schule wird zum Lebensort“

Die vierte Messe der externen Partner in Bad Kreuznach

Ein buntes Treiben herrschte am 5. Juni in der Martin-Luther-King-Grundschule in Bad Kreuznach. Unter dem Motto „Die Schule wird zum Lebensort“ fand zum vierten Mal die Messe der außerschulischen Partner der Ganztagsschulen in Angebotsform statt. In der Turnhalle und in einem großen Außenzelt auf dem Schulhofgelände waren zahlreiche Informationsstände aufgebaut. Über Mikrofone wurden immer wieder Darbietungen junger Schülerinnen und Schüler angekündigt und an verschiedenen Orten gab es heiße Würstchen, chinesische Gerichte und allerfeinste Torten, um die zahlreichen Besucher kulinarisch zu verwöhnen.

Mehr Besucher denn je

Der Besucherandrang in diesem Jahr war besonders groß. Über 80 Schulen aus ganz Rheinland-Pfalz hatten sich angemeldet und ihr Kommen angekündigt. Von jeder Schule durften fünf Personen an der Messe teilnehmen, wobei neben Lehrkräften und außerschulischen Fachkräften auch Mitglieder der Eltern- und Schülervertretungen eingeladen waren. Pünktlich um 10.00 Uhr versammelten sich die vielen neugierigen Besucherinnen und Besucher zur Eröffnung in der Turnhalle. Vera Reiß, Abteilungsleiterin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz begrüßte die Anwesenden und hielt mit Blick auf die vielen außerschulischen Partner fest: „Die Ganztagsschule ist der Ort, an dem sich Leben und Lernen verbindet. Durch die Kooperationen mit den außerschulischen Partnern haben sich die Türen der Ganztagsschulen geöffnet.“ Sie freue sich gemeinsam mit den vielen Besucherinnen und Besuchern auf eine abwechslungsreiche Veranstaltung und kündigte an: Der Ausbau der Ganztagsschulen wird weiter fortgeführt.

Messe als Informationsbörse

Mehr als 50 Organisationen und Verbände informierten in diesem Jahr über ihr pädagogisches Angebot und zeigten praktische Beispiele aus ihrer Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen. „Die Messe ist für die Schulen ein hervorragender Markt der Möglichkeiten“, betonte Staatssekretär Michael Ebling vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz, der gemeinsam mit Bürgermeisterin Martina Hassel die Messe mit einem Rundgang eröffnete. „Zusammen mit Beratungsangeboten des Ministeriums, der Schulaufsicht, des Pädagogischen Zentrums Rheinland-Pfalz (PZ), des Instituts für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung (IFB) sowie des Landesmedienzentrums ist diese Veranstaltung eine zentrale Informationsbörse unseres Ganztagsschulprogramms“, ergänzte er. Eine gute Möglichkeit, Partner zu gewinnen und Erfahrungen auszutauschen, Anregungen zu bekommen und Informationen einzuholen, wie sich das Ganztagsschulangebot noch attraktiver für Schülerinnen und Schüler gestalten lässt.

Reichhaltiges Angebot der externen Partner

In der Turnhalle und in einem Zelt auf dem Außengelände fanden die externen Partner genügend Platz, um ihre Stände aufzubauen und ihr vielfältiges Angebot zu präsentieren. Das Angebot, das jedes Jahr größer wird, reicht von Sport über Musik, Gesundheits-, Umwelt- und Medienerziehung bis hin zum Theaterspiel oder Schach. Die Zusammenarbeit mit den außerschulischen Partnern bereichere eindeutig das Angebot der Ganztagsschulen, stellte Michael Ebling beeindruckt fest. Erst dieses vielfältige Programm der externen Partner macht die Ganztagsschule „zum Lebensort“. Viele Arbeitsgemeinschaften stellen einen praktisch orientierten Bezug zum späteren Berufsleben her, unterstützen soziale Lernprozesse oder besondere Talente. Einige Angebote, die jahrelang nicht so stark in Schulen vertreten waren wie zum Beispiel die Hauswirtschaft, rücken wieder in den Vordergrund. Gisela Würzer, Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft, stellte an einem Stand im Außenzelt, an dem die Kinder eifrig Muffins buken, das Projektbuch „Hauswirtschaft erleben“ vor. Große Unterstützung erfährt die Hauswirtschaft von dem an Ganztagsschulen sehr erfolgreichem Landfrauenverband. So bieten Landfrauen Kurse an, in denen die Kinder kochen lernen und viel über gesunde Ernährung erfahren.

Einsatz für Natur und Umwelt

Einen großen Stellenwert nahm auf der Messe auch der Bereich Umwelt und Ökologie ein. Viele Organisationen wie die Stiftung natur+mensch, Transfer 21, QuerWeltein oder die Landesforsten Rheinland-Pfalz machten darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, bei Kindern und Jugendlichen früh das Bewusstsein für die Schönheit und die Wunder der Natur zu wecken und bei ihnen rechtzeitig ein Verantwortungsgefühl dafür zu entwickeln. Die Schülerinnen und Schüler der AG Nachhaltigkeit „Eine Welt“ der Regionalen Schule Rülzheim zeigten stolz, wie sie den fairen Handel mit den Entwicklungsländern unterstützen und sich für eine nachhaltige Lebensweise einsetzen: In Form einer Schülerfirma organisieren sie den Verkauf von fair gehandelten Waren wie Kaffee, Tee, Zucker, Trommeln, Halsketten und anderen Produkten aus Entwicklungsländern. Außerdem streben sie eine Projektpartnerschaft mit einer Schule in Südamerika an.

Aktionen der Schülerinnen und Schüler

Neben weiteren Partnern wie der Volkshochschule, dem Roten Kreuz, den Kirchen, den Musikverbänden, den Sportvereinen und vielen mehr stellten auch Institutionen wie Museen, die Historienspiele in Koblenz oder der SWR ihr Angebot zur Schau und lockten die Lehrkräfte sowie die Schülerinnen und Schüler mit einem interessanten Programm. Der SWR hatte auf einer Bühne ein „Gläsernes Klassenzimmer“ errichtet. Schülerinnen und Schüler konnten an Computern mit einer Englischsoftware, durch die die „Zauberin Wizadora“ führte, ihre Englischkenntnisse aufbessern.

Aufgelockert wurde die Messe regelmäßig durch tolle Darbietungen der Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Schulen. Eine Gruppe junger Mädchen sang peppige Songs, die zum Mitsingen einluden, eine Trommelgruppe aus Koblenz gab eine beeindruckende Vorstellung ihrer Kunst. Tanzeinlagen und Showacts brachten die Zuschauerinnen und Zuschauer zum Staunen. Einstudiert haben die Jungen und Mädchen ihre Aufführungen in den Arbeitsgemeinschaften, in denen die außerschulischen Partner an den Nachmittagen mit den Schülerinnen und Schülern trainieren.

Podiumsdiskussion zum Abschluss

Ein weiterer Höhepunkt zum Abschluss der Messe war eine Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Michael Ebling. Er lobte die Vielfalt und Lebendigkeit die sich auf der Messe zeigte, die Offenheit und die „Werkstattatmosphäre“, die zeigt, dass Ganztagsschule ein Projekt ist, das noch lange nicht abgeschlossen ist. „Die externen Partner bringen andere Erfahrungen und Qualifikationen an die Schulen und fördern damit die Kompetenzen des Einzelnen“, freute er sich. Auch von Seiten der außerschulischen Partner wurde die Arbeit an den Schulen lobend hervorgehoben. Wolfgang Schmidt-Köngernheim, ehrenamtlicher Direktor der Akademie für Musikpädagogik e. V. in Mainz und Ehrenpräsident des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz, schwärmte, dass 41 Musikschulen mit Ganztagsschulen in Angebotsform kooperieren. „Der Musikverband sieht in der Ganztagsschularbeit eine Chance, an eine viel größere Anzahl von Kindern heranzukommen“, betonte er. Dreiviertel der Ganztagsschulen kooperieren bereits mit den Musikschulen, in der Regel gibt es zwei bis drei Arbeitsgemeinschaften an einer Schule. Dadurch hat sich die musikalische Grundausbildung der Kinder in Rheinland-Pfalz signifikant geändert.

Ganztagsschulen werden weiter ausgebaut

„Die Schule der Zukunft bleibt die Schule, die die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellt“, stellte Michael Ebling abschließend fest. Zusammen mit den Angeboten zur individuellen Förderung im unterrichtsbezogenen Bereich durch Lehrkräfte, die rund 45 Prozent des Zusatzangebotes abdecken, und mit den Angeboten durch zusätzlich fest eingestellte pädagogische Fachkräfte tragen die außerschulischen Partner mit einem Anteil von fast 30 Prozent zu einer guten Mischung in den demnächst mehr als 400 Ganztagsschulen in Angebotsform landesweit bei. Damit haben sich die außerschulischen Organisationen zu einem verlässlichen Partner entwickelt, der aus dem Ganztagsschulleben nicht mehr wegzudenken ist.

Autor: Petra Schraml - DZ Online-Redaktion

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