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„Sparen ist sehr wichtig“, rät Bernd Rissel den Schülerinnen und Schülern der Integrierten Gesamtschule Wörrstadt. „Nur wer heute spart, kann sich morgen etwas leisten!“. Die Schülerinnen und Schüler der Ganztagsschule in Angebotsform hören ihm interessiert zu. Klar, das haben ihnen ihre Eltern auch schon gesagt. Aber von dem seriösen Herrn aus der Bank hört es sich bedeutend glaubwürdiger an.
Schule und Wirtschaft müssen enger zusammenrücken
Bernd Rissel ist Bereichsleiter der Volksbank Alzey und als Verantwortlicher für die Aus- und Weiterbildung auch Ansprechpartner für alle Schulen. Regelmäßig hält er Vorträge an Schulen, um die jungen Menschen besser auf das Berufsleben vorzubereiten. Er ist sich sicher, dass „Schule und Wirtschaft enger zusammenrücken müssen“, damit die jungen Absolventinnen und Absolventen besser vorbereitet ins Berufsleben starten. Die Ganztagsschulen in Angebotsform bieten sich für die Arbeitskreise „Schule und Wirtschaft“ und für Fachvorträge sehr gut an. Sie lassen Raum für ausführliche Gespräche und viele Nachfragen. Voraussetzung für die Arbeit an Ganztagsschulen ist die Rahmenvereinbarung zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und dem Genossenschaftsverband Frankfurt e.V. Auf der Grundlage dieser Vereinbarung können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Beauftragte rheinland-pfälzischer Kreditgenossenschaften als Fachkräfte in der Ganztagsschule eingesetzt werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf den Themenbereichen „Wirtschaftskunde und Kreditwirtschaft“. Die Methoden des projekt- und erfahrungsorientierten Lernens sind dabei von zentraler Bedeutung. Durch die Vermittlung von Alltagskompetenzen und praktischen Fertigkeiten werden die Jugendlichen für die Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen Interessen sensibilisiert.
Wie spart man richtig?!
Ziel der Zusammenarbeit zwischen Kreditinstitut und Ganztagsschule ist es, die Jugendlichen für Fragen der Kontoführung fit zu machen und ihnen Grundlagen der Kreditnahme zu vermitteln. Sie sollen gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge verstehen lernen und auch über klassische Schuldnersituationen aufgeklärt werden. „Meine Schwerpunkte sind Fachvorträge zu Finanzthemen wie Sparen, die Schuldenfalle oder Kreditarten sowie natürlich Bewerbertrainings“, erklärt Bernd Rissel. Aufmerksam hören die Schülerinnen und Schüler ihm zu, wenn er über die verschiedenen Möglichkeiten und Vorteile des systematischen Sparens am besten per Dauerauftrag spricht. Wenn er ihnen empfiehlt, ebenso für kurzfristige Wünsche wie eine HiFi-Anlage, Möbel, ein Auto oder einen schönen Urlaub zu sparen als auch Notgroschen für schlechte Zeiten anzulegen und an die Altersvorsorge zu denken. Er stellt ihnen verschiedene Sparformen vor, etwa Sicht-, Termin- und Spareinlagen, Wertpapiersparen, Fondssparen oder Versicherungssparen und klärt sie auch über das staatlich geförderte Sparen in Form von Riester und Bausparen auf. Davon haben die meisten Schülerinnen und Schüler noch nie etwas gehört. Außerdem warnt er sie vor typischen Schuldenfallen wie dem Handy und den modernen Medien - PC-Spiele oder Surfen im Internet - deren leichtsinniger Gebrauch schon viele junge Menschen in die „Schuldenfalle“ getrieben hat.
Wichtiges Bewerbertraining
Mit am wichtigsten aber ist das Bewerbertraining, betont Bernd Rissel. Die jungen Absolventinnen und Absolventen der Haupt- und Realschulen wissen oft nicht, wie man sich am Arbeitsplatz oder in der Ausbildung richtig verhält und präsentiert. Schon eine Bewerbungsmappe zusammenzustellen ist für die meisten eine schwierige Aufgabe. „Ich zeige ihnen, wie man sich richtig bewirbt, und zwar mit System, Struktur und Aktivität.“ Sein Training „In sieben Schritten zum Ausbildungsberuf!“ hat schon vielen Bewerberinnen und Bewerbern zu einem Ausbildungsplatz verholfen. Er weist die Schülerinnen und Schüler darauf hin, wie wichtig es ist, sich zunächst darüber klar zu werden, wer man ist und was man will. Dabei hilft er ihnen. Die Jugendlichen schreiben auf, wo ihre Stärken und Schwächen, ihre Vorlieben und Begabungen liegen und leiten daraus einen Berufswunsch ab. Erst wenn sie genau wissen, welchen Beruf sie gerne ergreifen möchten, ist es sinnvoll, sich auf die Suche nach der richtigen Firma zu machen und sich dort zu bewerben. Bernd Rissel zeigt ihnen, wie die telefonische und schriftliche Bewerbung funktioniert und wie sie sich auf die Einstellungstests und das Vorstellungsgespräch vorbereiten können.
Junge Menschen rechtzeitig vorbereiten
An vielen Ganztagsschulen in Angebotsform sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter örtlicher Kreditgenossenschaften aktiv. In der Region Südpfalz beispielsweise informiert Wolfgang Lembach von der VR Bank Südpfalz mit Sitz in Landau die Schülerinnen und Schüler über die Zusammenhänge von Wirtschaftskunde und Kreditwirtschaft. An einigen Ganztagsschulen in Angebotsform wie dem Otto Hahn Gymnasium Landau und der Realschule Kandel in Germersheim hielt er bereits Vorträge zu den Themen „Die Bank im Wirtschaftskreislauf“, „Zahlungsverkehr“, „Kredit“, „Staatliche Prämien“ und organisierte Bewerbungstrainings. Diese Vorträge kommen bei den Schülerinnen und Schülern immer gut an. Man kann nicht früh genug damit anfangen, die jungen Menschen auf die Arbeitswelt vorzubereiten, weiß er aus Erfahrung. Und dazu zählen auch der bewusste Umgang mit Geld und ein gutes Auftreten im Beruf.
Autor: Petra Schraml - DZ Online-Redaktion
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