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Bildungspolitik
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sin2 (α) + cos2 (α) = 1; x2 + z2 = y3 (1-y)3: Nein, wirklich anziehend wirken mathematische Formeln wie diese nicht für jedermann, zumindest nicht auf den ersten Blick. Allerdings, ohne die Welt der Zahlen, Formeln und Funktionen wäre so manches in unserem Lebensalltag nicht möglich. Das gilt für die Natur, die Gesellschaft und die Technik. Ob wir mit dem Handy telefonieren, auf die Wetterprognose vertrauen, uns vom Arzt mit Ultraschall untersuchen lassen, mit der U-Bahn fahren oder die neuesten Börsenkurse erläutert bekommen – nichts davon ginge ohne Mathematik und ihr enormes kreatives Potenzial. Längst ist die Mathematik in der Wirklichkeit angekommen, was Mathematiker wie Günter Ziegler, Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, immer wieder betonen. Zudem sind mathematische Kenntnisse entscheidend für viele Ausbildungen, Berufe und Studiengänge und bieten gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Das bekräftigte auch die rheinland-pfälzische Bildungs- und Wissenschaftsministerin Doris Ahnen: „Mathematische Erkenntnisse und Verfahren prägen nahezu alle Bereiche unserer Gesellschaft und begleiten damit unser Leben wie kaum eine andere Wissenschaft. Moderne technologische Entwicklungen beispielsweise sind ohne Mathematik gar nicht möglich.“ Auf zahlreichen Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz sollen deshalb Schülerinnen und Schüler, Studierende, aber auch die Bevölkerung insgesamt mehr über die Bedeutung der Mathematik erfahren, und dies auf ebenso spannende wie unterhaltsame Weise. Die Bandbreite der Veranstaltungen zum Jahr der Mathematik, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit sechs Millionen Euro gefördert wird, geht dabei von Ausstellungen bis hin zu Wettbewerben. Geplant sind Aktivitäten in Kindertagesstätten, Schulen und Weiterbildungsinstitutionen sowie der Aufbau eines Netzes von „Mathe-Botschaftern“.
Zahlreiche Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz
Die bereits Ende 2007 eröffnete Ausstellung „mathematik be-greifen“ will zum Mitmachen, Staunen, Entdecken, Erkennen und Weiterdenken anregen. Sie ist noch bis zum 30. April 2008 im Stadtmuseum Ludwigshafen zu sehen. Indem die Besucherinnen und Besucher mit den Exponaten experimentieren dürfen, wird Mathematik als fester Bestandteil unseres Lebens erfahrbar. Ein Malwettbewerb zum Thema „Mein Bild von Mathematik“ während der Ausstellungszeit in Mainz zeigte die bunte Vielfalt der Rechen-Kunst aus Sicht von Schülerinnen und Schülern. Mit „Mathe-Tagen“ an allen rheinland-pfälzischen Schulen am 10. und 11. April soll gerade diese Zielgruppe noch tiefer in die Welt der Zahlen eintauchen können. Das Angebot reicht dabei von schulinternen Rechenmeisterschaften bis zum landesweiten Schulwettbewerb. Den Auftakt bildet die Preisverleihung des Landeswettbewerbs Mathematik am 2. April 2008 in Mainz.
Mit dem Projekt „Sinus-Transfer-Grundschule“, das vor sechs Jahren von der Kultusministerkonferenz als Reaktion auf die schwachen Ergebnisse deutscher Schülerinnen und Schüler in punkto mathematisch-naturwissenschaftliches Verständnis in der TIMS-Studie gestartet wurde, hat Rheinland-Pfalz einen Schwerpunkt auf die frühschulische Mathematikpädagogik gesetzt. In diesem Zusammenhang kooperieren Lehrkräfte und Schulen miteinander und können sich austauschen. Neben Fachtagungen wie der im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt vom Dezember 2007, waren Projekte möglich wie das der Grundschule St. Gereon in Koblenz, wo die Kinder die Schönheit der Geometrie in Kunstbildern darstellen konnten.
Auf dem Kongress des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts vom 16. bis 20. März 2008 in Kaiserslautern präsentierten sich Aussteller vom Schulbuchverlag bis zum Schulmanagementunternehmen. Ebenfalls in Kaiserslautern ist die interaktive Ausstellung „Imaginary“ des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach zu sehen. Noch bis zum 11. April 2008 machen dort Installationen, 3D-Objekte und virtuelle Welten Mathematisches erfahrbar. „Die abstrakte Mathematik wird zu Bildern, virtuelle Welten machen Mathematik zu beeinflussbarer Kunst und zu verstehbarer Wissenschaft“, verspricht die Homepage der Ausstellung. Mit dieser Botschaft geht es ab Anfang Mai dann auf dem Wasser zu den Häfen in Mainz und Koblenz, wo das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ Station macht und neben Exponaten der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen und Hochschulen auch einen Teil von „Imaginary“ zeigt.
Podiumsdiskussionen zwischen Mathematikern und Geisteswissenschaftlern bieten die Universitäten in Mainz und Kaiserslautern. Letztere kündigt für ihren „Tag der Mathematik“ am 6. Juni 2008 mathematisch Staunens- und Wissenswertes zu Themen wie Verschlüsselung, Glücksspiele, Fischfangquoten, Kirchenfenster oder Technomusik ebenso an wie eine Matherallye, ein mathematisches Spielzimmer und Wettbewerbsklausuren.
Auf die Kreativität der Koblenzer zählt die Universität Koblenz mit ihrem Mathematik-Rätsel. Anhand der Aufgaben, die zum Tag der Forschung am 9. Juni 2008 gelöst werden, können Jugendliche und Erwachsene ihr mathematisches Verständnis spielerisch erproben. Mathematik inspiriert auch die bildende Kunst. Das macht der Ingenieur und Künstler Franz Xaver Lutz mit seiner Ausstellung „Ein mathematisches Kunstbuch - Ein künstlerisches Mathematikbuch“ deutlich, die vom 18. August bis 26. September 2008 am Fraunhofer-Zentrum in Kaiserslautern zu sehen ist.
Macht Mathe glücklich?
Meinungen zur Mathematik evaluiert eine neue Umfrage des Bildungsbarometers des Zentrums für empirische Forschung an der Universität Koblenz-Landau, an der sich jeder online bis zum 7. April 2008 beteiligen kann. In einer 20-minütigen Befragung, deren Ergebnisse über den Fernsehsender n-tv und die Financial Times Deutschland der Öffentlichkeit präsentiert werden, gilt es Antworten zu finden auf die Kernfrage: „Wie halten Sie es mit der Mathematik?“ Eine mögliche Antwort liefert das Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung (ILF) in Mainz: „Mathe macht glücklich!“. So wenigstens verheißt es der Titel eines Symposiums der ILF mit Vorträgen, Arbeitskreisen und Ausstellungen vom 28. bis 29. Oktober 2008 in Wiesbaden-Naurod.
Vielleicht macht Mathe zumindest glücklicher. Denn wer einmal die Welt aus neuem, eben mathematischem Blickwinkel entdeckt hat, kann eher verstehen, was sie im innersten zusammenhält. Dann bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sich in Zahlen und Figuren zu versenken.
Autor: Arndt Kremer - DZ Online-Redaktion
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