Rubrik: Schüler/innen
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Langeweile sollte in den Sommerferien in Rheinland-Pfalz nicht aufkommen. Landesweit gibt es auch in diesem Jahr wieder über 200 Angebote, die Freizeit zu gestalten, Spannendes und Ungewohntes zu erleben – und oft auch etwas zu lernen.
36 Mainzer Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nutzen ihre Ferien, um mehr über die Biomedizin zu erfahren. Während eines zweiwöchigen Praktikums im Rahmen der "SommerUni Biomedizin" können sie in den Forschungslaboren der Universitätsmedizin an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz selbst experimentieren. Getragen wird diese Initiative von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Am vergangenen Montag begrüßte Prof. Thomas Wölfel, Leiter der onkologischen Forschung, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die gleich zu Beginn Laborkittel bekamen. „Sie werden hier erfahren, welche Forschungsthemen in der Biologie und der Medizin bearbeitet werden, was in einem Labor passiert, welche modernen Methoden in der biomedizinischen Forschung angewendet werden, welche Geräte und Apparate zum Einsatz kommen und wie der Arbeitsalltag eines Wissenschaftlers aussieht. Sie schlüpfen in den Laborkittel und können unter Anleitung sogar eigene Experimente durchführen", erläuterte Thomas Wölfel den Schülerinnen und Schülern das bevorstehende Programm. Die Ergebnisse ihrer Forschung sollen sich die Jugendlichen zum Abschluss gegenseitig vorstellen. Darüber hinaus hören sie Vorträge der Universitätsmediziner zu verschiedenen Themen wie Impfungen, Zell- und Molekularwissenschaften. Auf dem Programm der Praktikumswochen steht auch der Besuch eines forschenden Pharmaunternehmens im hessischen Darmstadt.
Das Lehrangebot für Schülerinnen und Schüler findet zum fünften Mal statt und wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK) gefördert. Zum Abschluss ist neben der Präsentation der Experimente und Ergebnisse ein Grillabend mit den Betreuerinnen und Betreuern vorgesehen.
Leichtathletik und Natur
Wer wie diese Jugendlichen seine Freizeit nutzt, um sich fortzubilden und damit vielleicht sogar seine späteren Berufsaussichten verbessert, handelt gewiss vorbildlich. Aber Ferien dienen vor allem der Erholung der Schülerinnen und Schüler. Die müssen aber – trotz des zum Teil misslichen Wetters – nicht vor dem Fernseher, dem Computer oder der Spielekonsole stattfinden. Dank des Förderprogramms des Landes „Ferienbetreuung in Rheinland-Pfalz“ gibt es auch in diesem Jahr landesweit wieder über 200 Ferienangebote. An 52 Projekten sind auch Ganztagsschulen beteiligt. Der ursprüngliche Etatposten für Ferienbetreuungsmaßnahmen von 300.000 Euro wurde dabei wie im vergangenen Jahr um 100.000 Euro für Kooperationen mit Ganztagsgrundschulen aufgestockt.
Viele Vereine engagieren sich in der Ferienbetreuung und ermöglichen den Kindern und Jugendlichen, in Sportarten hineinzuschnuppern, denen sie im regulären Sportunterricht eher nicht begegnen. So veranstaltet die Leichtathletikabteilung des TV Bad Bergzabern über eine Woche lang Trainingseinheiten, die Nichtmitgliedern offen stehen. „Die Schülerinnen und Schüler können bei uns die Vielseitigkeit der Leichtathletik kennen lernen“, erzählt Trainer Kay Dorn. „Wir bieten unter anderem Stabhochsprung, Speerwerfen und Diskuswerfen.“
Altersgemischt ist die Gruppe, die sich derzeit in einem Wildniscamp in der Nähe von Gommersheim aufhält. Für eine Woche schlüpfen 24 Schülerinnen und Schüler im Alter von neun bis 17 Jahren in die Rolle von Indianern. Sie wohnen in Tipis, kochen auf Feuerstellen oder meditieren abends im Wald. Die Kinder und Jugendlichen haben einen Häuptling, eine Stammesmutter und einen Lagerrat gewählt und organisieren ihr Leben im Wildnis-Camp selbst. Für die Betreuerinnen und Betreuer des Reiterhofs „eagles and horses“ bleibt oft nicht viel zu tun. „Wir müssen hier nicht 24 Stunden lang Animateure sein“, meint Maggy Alexander, Leiterin des Reiterhofs und Lehrerin. „Die Kinder suchen sich ihre eigenen Beschäftigungen. Das Spannendste ist es für sie, mit der Freiheit, die wir ihnen lassen, umzugehen und zugleich so zu handeln, dass hier die Camp-Strukturen nicht zusammenbrechen.“
Maggy Alexander und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben schon lange ein Faible für das Indianische. Die Lehrerin meint, dass diese Kultur sehr gut geeignet ist, auch schwierige Kinder in eine Gruppe zu integrieren. „Im Wesentlichen ist es natürlich das andere Umfeld, das Erleben einer ganz anderen Gemeinschaft, die es ermöglichen, diese Kinder, die zum Beispiel unter ADHS leiden, zu integrieren.“
Bereits zum 6. Mal organisiert der Reiterhof das Wildniscamp. Auf der Lichtung am Waldrand können die Schülerinnen und Schüler auf Ponys reiten, basteln, musizieren, tanzen, im Baggersee baden, Nachtwachen halten und mit der Natur in Kontakt kommen. Elektronische Medien haben im Camp nichts verloren.
Kanufahren mit Papa
Nicht ganz so lang, aber durchaus intensiv dürfte für Kinder und Jugendliche ein Angebot des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt sein: Bei der Vater-Kind-Kanutour wird für ein Wochenende auf der Lahn gepaddelt, die wegen ihrer leichten Strömung und der schönen Natur einer der beliebtesten Kanuwasserflüsse ist. Gestartet wird auf einem Zeltplatz in Solms mit einem Grillabend am Lagerfeuer. Die Väter und ihre Kinder, die acht Jahre alt sein müssen, paddeln nicht nur samstags und sonntags, es ist auch Zeit zum Baden eingeplant. Die Tour ist dabei so bemessen, dass auch die jüngeren Kinder und Ungeübte die Strecke gut bewältigen können.
Und was bietet die Stadt in den Ferien? Zum Beispiel eine Mischung aus Sport und Erlebnis-Camp. In Kaiserslautern organisieren die Sportjugend Pfalz, die Sportwissenschaft der Technischen Universität Kaiserslautern, die Stadt Kaiserslautern und der TSG Kaiserslautern zum zweiten Mal das Sportjugend-Camp am Sportzentrum Pfalz. In der letzten Ferienwoche können Schülerinnen und Schüler im Alter von elf bis 14 Jahren mit Gleichaltrigen ihren Sport betreiben. Angeboten werden die Sportarten Handball, Fußball, Klettern, Leichtathletik und Strandsport. Das Training wird von Dozenten und Studierenden der Sportwissenschaft der TU Kaiserslautern geleitet und findet auf den Anlagen der TSG und auf dem TU-Campus statt. Zum Abschluss des Camps und damit der Sommerferien gibt es ein Sportfest mit vielfältigen Wettbewerben und Spielen. Auf dem Programm stehen außerdem zahlreiche Ausflüge und eine interessante Abendgestaltung. Die Unterbringung klingt nach Ferien pur: Mitzubringen sind Zelt, Luftmatratze, Schlafsack und Essgeschirr.
Autor: DZ Online-Redaktion - Ralf Augsburg
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